VW Transporter – All Time Favorite Nummer 2

Es gibt Autos, die mag fast jeder. Der VW Bulli gehört zu dieser seltenen Fahrzeugkategorie. Er ist nicht nur ein wichtiges Symbol des deutschen Wirtschaftswunders, sondern bis heute auch ein Sympathieträger des Weltkonzerns vom Mittellandkanal. Der offiziell VW Transporter und intern Typ 2 genannte Kleintransporter wurde vor 60 Jahren der erstmals Öffentlichkeit vorgestellt und entwickelte sich schnell zum Marktführer. Bis 1967 liefen insgesamt 1,8 Millionen Exemplare der ersten Generation des Transporters vom Band.

Skizze des Niederländers Ben Pon zur Konzeption eines Transporters

 

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs stand das Volkswagenwerk in Wolfsburg, zuvor „Stadt des KdF-Wagens“ unter der Verwaltung der britischen Besatzer. Das Kommando der Briten führte der Ingenieur Ivan Hirst, der sich für den Erhalt des Volkswagenwerks einsetzte, indem er half dem Werk Aufträge der britischen Regierung zu sichern. Außerdem lies Hirst Volkswagen von der Stunde Null an auch Fahrzeuge für den Export fertigen. Das Geschäft funktionierte, Hirst fand für Volkswagen Handelspartner und die Produktion lief tatsächlich schnell wieder an. Doch das Werk arbeitete an der Grenze des Machbaren. Neben Rohstoffen waren insbesondere die geringen Transportkapazitäten im Werk ein Problem. Um dieses Problem zu lösen, entwickelte man 1947 aus Teilen des Kübelwagens einen Plattenwagen. Bei diesem Gefährt saß der Fahrer am Heck über dem Motor und hatte die Ladung vor sich.

Bei einem Besuch im Werk sah der der niederländische Generalimporteur Ben Pon dieses Fahrzeug und zeigte sofort Interesse. Er riet Hirst, einen kommerziellen Ableger dieses Werksfahrzeugs zu entwickeln. Die Idee lies sich nicht umsetzten, auch weil sich die Zulassungsbehörden weigerten, eine Betriebsgenehmigung für ein Fahrzeug zu erteilen, dessen Fahrer hinter der Ladung sitzt. In weiteren Gesprächen entwickelte man im Frühjahr 1947 gemeinsam mit Pon die Idee eines geschlossenen Transporters, bei dem der Fahrer vorn sitzen und der Käfer-Motor im Heck unter dem Boden des Laderaums eingebaut sein sollte. Insbesondere der Anfang Januar 1948 zum Generaldirektor des Volkswagenwerkes ernannte Heinrich Nordhoff erkannte die Marktchancen und setzte von der ersten Amtsminute an auf den Transporter sowie die damit verbundene Erweiterung der Modellpalette.

Im März 1949 war der erste Prototyp fahrbereit

Doch im Fahrversuch stellte sich heraus, dass das Chassis des Käfers nicht für die Belastungen des Transporters geeignet war. Für den zweiten Prototypen konstruierte man eine neue Bodengruppe. Auch der Motor und das Getriebe des Käfer wurde mit Hilfe der Firma Porsche für den Einsatz im Transporter modifiziert. Eine kürzere Getriebeübersetzung verbesserte die Beschleunigung, begrenzte jedoch die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h.Nach dem Bau von sechs Prototypen und einer offiziellen Entwicklungszeit von 51 Wochen wurde der Transporter m November 1949 der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab März 1950 wurde der „Typ 2“ für 5850 DM angeboten. Damit war das leichte Nutzfahrzeug 150 DM teurer als ein voll ausgestatteter Käfer.

Transporter 1957 im Berlin (Foto: Bundesarchiv)

In kurzer Folge wurden weitere Modelle des Transporters vorgestellt. So gab es den Transporter als Kastenwagen, Kombi und Kleinbus. Später folgten ein Transporter mit Hochdach sowie eine Version mit einer großen, nach aufstellbaren Seitenklappe, die sich als mobiler Verkaufsstand nutzen lies. Dazu gab es Spezialausführungen als Kranken- oder Leichenwagen, für die Polizei und die Feuerwehr. Bekannt wurde aber vor allem der „Samba“. Dieses Sondermodell stellte Volkswagen im April 1951 in Frankfurt auf der ersten Nachkriegs-IAA vor. Äußerlich unterschied es sich von den Standard-Brüdern durch Chromradkappen, ein poliertes VW-Emblem auf der Front, eine zweifarbige Lackierung und natürlich die insgesamt 23 Fenster. Zur Ausstattung gehörte auch ein Röhrenradio und ein Faltschiebedach über dem Passagierbereich.

Bis heute stellt der VW-Konzern, der aus dem Volkswagenwerk hervorgegangen ist, Transporter her. Seit 2003 wird die fünfte Generation hergestellt. Doch nur der heute T1 genannte Ur-Vater dieser Produktreihe ist bis heute in der Erinnerung der Menschen präsent. Dazu hat auch die Hippie-Bewegung beigetragen. Für sie wurde der Transporter ein wichtiges Symbol. Ihre bunt bemalten und bewohnbar gemachten Transporter stehen für eine ganze Epoche. So ist es kein Wunder, dass in Kunst und Kultur Hippies fast stereotypisch (nur) mit einem T1 dargestellt werden. Sei es in einem Computerspiel wie „Grand Theft Auto: San Andreas“ oder einem Film wie „Das wilde Leben“, der 2007 das Leben Uschi Obermaiers porträtierte. Und auch in dem Animationsfilm „Cars“ spielt ein 1960er VW-Bus den freundlichen Hippie Fillmore.

2 Kommentare

  1. Wie teuer müßte der Transporter heute sein, wenn die Autopreise nur mit der Geldwertentwicklung gestiegen wären.

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