Gleich zwei besondere Momente feiert die Hochleistungslimousine Mercedes-Benz E 500 vor 25 Jahren: Im März 1994 wird auf dem Genfer Automobil-Salon ein auf 500 Exemplare limitiertes Sondermodell vorgestellt. Im Oktober 1994 übergibt die Stuttgarter Marke dann den zehntausendsten seit der Premiere 1990 gebauten E 500 an den Kunden – es ist der ehemalige Mercedes-Benz Formel-1-Rennfahrer Hans Herrmann. Heute hat ALL TIME STARS, der Fahrzeughandel von Mercedes-Benz Classic, immer wieder Fahrzeuge des legendären Typs im Portfolio. Denn die V8-Limousine mit Sportwagen-Fahrleistungen ist längst ein besonders begehrter Mercedes-Benz Youngtimer.

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2019 feiert Mercedes-Benz runde Geburtstage der Unternehmensgründer Gottlieb Daimler und Carl Benz: Daimler wird vor 185 Jahren am 17. März 1834 in Schorndorf geboren. Benz kommt vor 175 Jahren am 25. November 1844 in Mühlburg bei Karlsruhe zur Welt. Die Daimler AG macht heute mit Gedächtnisstätten das Lebenswerk der beiden Automobilpioniere erlebbar.

Stuttgart. Die Erfinder des Automobils werden Mitte des 19. Jahrhunderts in Süddeutschland geboren: Gottlieb Daimler kommt vor 185 Jahren am 17. März 1834 als Sohn des Bäckers Johannes Deumler (so lautet die ältere Schreibweise des Familiennamens) und seiner Frau Wilhelmine Friederike in Schorndorf zur Welt, rund 20 Kilometer östlich von Stuttgart. Vor 175 Jahren und damit zehn Jahre später wird Carl Benz in Mühlburg bei Karlsruhe als Sohn von Johann Georg Benz, Lokomotivführer der 1840 gegründeten Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen, und der Dienstmagd Josephine Vaillant geboren. Die Eltern heiraten 1845. Der Vater legt Carl Benz die Begeisterung für die Mobilität quasi in die Wiege, stirbt aber bereits 1846 an einer Lungenentzündung.

Vom Bäckersohn zum weltläufigen Ingenieur

Wissensdurst, Weltoffenheit und Weitsicht prägen die Biografien von Daimler und Benz schon ab der Kindheit. Gottlieb Daimler besucht die Lateinschule und sonntags zusätzlich die Zeichenschule in Schorndorf. Große Erfahrungen in Präzisionsmechanik sammelt er danach als Lehrling eines Büchsenmachers. Nach seiner 1852 abgelegten Gesellenprüfung besucht Daimler die Gewerbliche Fortbildungsschule in Stuttgart. Der württembergische Regierungsrat Ferdinand Steinbeis vermittelt ihm danach eine Stelle im Elsass, wo Daimler auch theoretischen Unterricht zur Vorbereitung auf das Studium erhält. Nach dem erfolgreichen Studienabschluss arbeitet der junge Ingenieur Anfang der 1860er-Jahre zunächst in Paris und lernt bei Aufenthalten in Olham, Leeds, Manchester und Coventry die britische Maschinenbauindustrie kennen. Als Werkstätteninspektor in Reutlingen trifft er 1864 seinen späteren Weggefährten Wilhelm Maybach. 1867 heiratet Daimler Emma Kurtz aus Maulbronn. 1868 tritt er als Werkstättenvorsteher in Karlsruhe seine erste Führungsposition an.

Mit Technikbegeisterung früh zum Studium

Josephine Benz ermöglicht ihrem Sohn Carl (getauft wird er auf den Namen Karl Friedrich Michael, entscheidet sich selbst aber später für die Schreibweise des Vornamens mit „C“) den Besuch des Gymnasiums und finanziert anschließend sein Studium. Bereits im Alter von 16 Jahren wechselt der technikbegeisterte Carl ans Polytechnikum in Karlsruhe und studiert Maschinenbau. Nach dem Studium arbeitet er unter anderem als Schlosser, Zeichner, Werkmeister und Konstrukteur von Eisenbrücken. 1871 gründet Benz mit August Ritter ein eigenes Unternehmen in Mannheim.

Das erste Automobil

Mit Hilfe seiner Braut Bertha Ringer (die beiden heiraten 1872) kann Benz nach geschäftlichen Differenzen seinen Partner auszahlen. Ab 1878 beschäftigt er sich mit dem Gasmotor als Stationärantrieb und als Kraftquelle für ein künftiges Fahrzeug ohne Pferde. Das 1883 gegründete Unternehmen „Benz & Cie. Rheinische Gasmotoren-Fabrik Mannheim“ hat zunächst Erfolg mit dem Verkauf des stationären Zweitaktmotors „System Benz“. Der Erfinder arbeitet aber bereits am leichten Viertaktmotor als Automobilantrieb. Wegweisend ist dabei die ganzheitliche Konstruktion von Motor und Fahrzeug als schlüssiges Gesamtsystem. So entsteht der Motorwagen, den Benz am 29. Januar 1886 als „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ beim Kaiserlichen Patentamt zum Patent anmeldet. Die Patentschrift zum DRP 37435 gilt als Geburtsurkunde des Automobils.

Daimler und der Viertaktmotor

Zeitgleich mit Benz arbeitet auch Gottlieb Daimler an der Mobilität der Zukunft. Im Jahr 1872 hat ihn die Gasmotoren-Fabrik Deutz AG zum technischen Direktor berufen. Daimler und Maybach, der ihm ins Rheinland gefolgt ist, bauen in Deutz eine rentable Großserienproduktion für Stationärmotoren auf und entwickeln den von Gründer Nicolaus August Otto erfundenen Viertaktmotor zur Serienreife. Allerdings gibt es immer wieder Differenzen mit Otto, und Daimler verlässt das Unternehmen schießlich im Juni 1882. Bereits im Frühjahr des Jahres hat er eine Villa in Cannstatt bei Stuttgart gekauft. Deren Gewächshaus lässt er durch einen Backsteinanbau vergrößern, um dort eine Versuchswerkstatt einzurichten. Hier entwickelt er zusammen mit Maybach seinen schnellaufenden Viertaktmotor als Antrieb für Kutschen, Schienenfahrzeuge, Boote und Luftschiffe. In diesem Rahmen erhält er Patente auf einen Motor mit ungesteuerter Glührohrzündung und die Ventilsteuerung (beide 1883). Die Daimler-Motoren erreichen bald Drehzahlen von bis zu 600/min, mehr als das Dreifache des bis dahin üblichen Drehzahlbereichs. Der berühmte Einzylindermotor mit dem Spitznamen „Standuhr“ entsteht 1884, wird 1885 als „Gas- bezw. Petroleum-Kraftmaschine“ zum Patent angemeldet und im selben Jahr in den „Reitwagen“ eingebaut, ein Motorrad mit hölzernem Rahmen. 1886 entsteht schließlich die Motorkutsche, das erste Vierrad-Benzin-Automobil der Welt.

1890 wird in Cannstatt die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) gegründet. zu den wichtigsten Märkten gehört Frankreich, wo Zweizylinder-V-Motoren nach Daimler-Lizenz gebaut werden. Daimler selbst wird 1894 aus dem Unternehmen gedrängt, 1895 zurückgeholt und wird 1897 Vorsitzender des Aufsichtsrats der DMG. Er stirbt am 6. März 1900.

Carl Benz entwickelt den Patent-Motorwagen weiter. Auch er erfährt das größte Interesse für seine Erfindung zunächst in Frankreich. Benz beendet Anfang 1903 seine aktive Tätigkeit bei Benz & Cie. und wird 1904 in den Aufsichtsrat berufen. 1906 gründet er an seinem Wohnsitz Ladenburg das Unternehmen „Carl Benz Söhne“. Carl Benz wird mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt und stirbt hochbetagt am 4. April 1929 – und damit vor 90 Jahren – in Ladenburg.

Orte der Erinnerung

Verschiedene Orte erinnern an das Leben der beiden Automobilpioniere:

  • Gottlieb Daimlers Geburtshaus in Schorndorf erwirbt die damalige Daimler-Benz AG 1979 und macht es 1981 nach einer aufwendigen Restaurierung der Öffentlichkeit zugänglich. Eine Ausstellung zeigt Modelle, Dokumente und weitere Exponate zu Daimler und seinem Wirken.
  • Das Carl-Benz-Haus in Ladenburg ist von 1905 an Wohnsitz der Familie. Es wird 1985 von der Daimler-Benz AG gekauft. Seit 1986 ist es Sitz der „Gottlieb Daimler und Karl Benz Stiftung“.
  • Die Versuchswerkstatt im Gewächshaus des Gartenhauses der Daimler-Villa in Cannstatt wird 1940 als Gedenkstätte eröffnet und 1984 restauriert. Seitdem ist in der Gottlieb-Daimler-Gedächtnisstätte ein kleines Museum eingerichtet.

Den 20. Geburtstag der Langen Nacht der Museen in Stuttgart bis in den Morgen hinein feiern: Das bietet am 23. März 2019 das Mercedes-Benz Museum. Denn zusätzlich zum umfangreichen Programm von 19 bis 2 Uhr gibt es wieder die große AfterParty@Mercedes-Benz Museum mit dem Radiosender bigFM in der Passage von 23 bis 4 Uhr. Weitere Höhepunkte sind Führungen durch die Dauerausstellung zur Historie der Mobilität von 1886 bis in die Zukunft, die Sonderausstellung „Bewegt seit 1893“ zur 125-jährigen Geschichte des VfB Stuttgart und der Blick in den Sternenhimmel von der Dachterrasse in Zusammenarbeit mit der Sternwarte Stuttgart.

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Feinste automobile Klassiker auf edlem Rasen direkt an der Atlantikküste: Das ist der Amelia Island Concours d’Elegance in Florida. Er findet in diesem Jahr zum 24. Mal statt (7. bis 10. März 2019). Auf dem Concours-Field erhalten zwei frühe Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ (W 198) mit aufeinanderfolgenden Chassisnummern eine eigene Ausstellungsfläche. Das Fahrzeug mit der Nummer 43 wird im „Scheunenfund“-Zustand präsentiert, während das Fahrzeug mit der Nummer 44 von Mercedes-Benz Classic komplett restauriert ist. Zu den weiteren Highlights der Marke auf Amelia Island gehören das Showcar Vision EQ Silver Arrow sowie Replikas des 300 SEL 6.8 Rennsport-Tourenwagens und des 280 GE „Paris–Dakar“.

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Vor 60 Jahren beginnt ein prägendes Kapitel der Mercedes-Benz Nutzfahrzeuggeschichte: Am 5. März 1959 stellt die Marke in Stuttgart die neuen „Kurzhauber“-Lastwagen vor, zunächst die Typen L 322 und L 327 (mittelschwere Klasse) sowie L 337 (schwere Klasse). Die Kurzhauber sind international überaus erfolgreich und wichtig für die Strategie der damaligen Daimler-Benz AG zur Internationalisierung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie werden bis in die 1990er-Jahre gebaut. Insgesamt entstehen fast eine Million Kurzhauber – entweder als kompletter Lastwagen oder als Teilesatz zur Auslandsmontage.

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Stuttgart. „Wir freuen uns, dass uns im vergangenen Jahr erneut so viele Menschen besucht haben. Mit 834.121 Besuchern haben wir im Vergleich zum Rekordjahr 2017 einen leichten Rückgang um 4,8 Prozent (2017: 876.109 Besucher). Das ist eine ganz normale Entwicklung und macht uns nach vier Jahren Steigerung in Folge keine Sorgen“, sagt Christian Boucke, der Leiter von Mercedes-Benz Classic. „Im Gegenteil, es macht uns stolz, dass wir ein Magnet für Gäste aus aller Welt sind und zugleich auch Besucher aus der Region mit unseren Angeboten erreichen: zum Beispiel mit der Sonderausstellung zur 125-jährigen Vereinsgeschichte des VfB oder mit dem Konzertsommer.“

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Stuttgart – 1989 war ein starkes Neuheitenjahr für Mercedes-Benz. Das machen die zahlreichen Baureihen und Modelle der Stuttgarter Marke deutlich, die ab 2019 erstmals ein H-Kennzeichen erhalten können: Dazu gehören der 1989 neu vorgestellte SL der Baureihe R 129, die G-Klasse der Baureihe 463 sowie die damals modellgepflegte Baureihe 124 der oberen Mittelklasse. Heute führt Mercedes-Benz die Statistik der in Deutschland mit H-Kennzeichen zugelassenen Fahrzeuge klar an: Rund ein Viertel der klassischen Automobile mit historischer Zulassung trugen Ende 2017 den Stern – ein Zehntel mehr als 2016.
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Kombis galten in automobilen Modellfamilien lange als leidenschaftslose Nutztiere, wurden vernachlässigt, verschlissen, vergessen. Und blieben die schwarzen Schafe, als ihre Geschwister mit Limousinen-, Coupé- und Cabrio-Karosserien längst als umsorgte Oldies Karriere machten. Heute, da ihre Überlebensquote nahe null liegt, hat die Szene endlich ihre Reize entdeckt: maximaler Raritätenstatus bei höchstem Nutzwert – eine Kombination, die manchem Kombi-Klassiker inzwischen die höchste Begehrlichkeit aller Modellversionen beschert. Aber auch ein guter Grund, der von Liebhabern neu entdeckten Spezies den roten Teppich auszurollen: auf der kommenden Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2019, in der Messe Bremen, und zwar im Rahmen der traditionellen Sonderschau. „Deren Highlight ist diesmal der nur zwölfmal gebaute Aston Martin DB5 Shooting Brake, sozusagen die Kombi-Version von James Bonds legendärem Dienstwagen“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der Bremen Classic Motorshow. Weiterlesen

Lost Race Tracks – Oder wo früher Auto-Rennen stattfanden

Im Oldtimer-Revier schreibe ich über regelmäßig über Oldtimer und Youngtimer. Meistens ist das der Fall, wenn ich als Streckensprecher bei Rennen des historischen Motorsports oder als Moderator bei Oldtimer- oder Youngtimer-Veranstaltungen ein interessantes Fahrzeug „getroffen“ habe. Diesmal ist es etwas anders. Denn Karla und ich haben in der vergangenen Woche den Roadtrip #SilverRed2016 produziert. Weiterlesen