Schlafende Feuerwehr Drehleiter und ein Lkw von Krupp

Oldtimer sind mehr als „nur“ Autos. Auch Freunde von Motorrädern und Lastkraftwagen sammeln ältere Fahrfahrzeuge. Deshalb musste ich diese Oldtimer-Drehleiter unbedingt fotografieren. Zumal sie über ein interessantes Fahrgestell verfügt. Denn Grundlage der Drehleiter ist ein Lkw von Krupp.

Zu den großen Namen der deutschen Industriegeschichte gehört Krupp. Der Industriegigant aus Essen begann nach dem Ersten Weltkrieg mit der Produktion von Nutzfahrzeugen und etablierte sich relativ schnell als Produzent vom Schwerlastern. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg setzten die Fried. Krupp Motoren- und Kraftwagenfabriken (kurz: Krupp Krawa) regelmäßig Bestmarken. Die Lkw aus Essen, die von 1949 bis 1954 unter den Markennamen Südwerke verkauft wurden, galten als die stärksten deutschen Lkw ihrer Zeit.

Das „Geheimnis“ dabei waren die Zweitakt-Dieselmotoren, die Krupp selbst herstellte. Weil die Alliierten unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wollten, dass in Deutschland Sechszylinder-Motoren entstehen, fügte Krupp im 1950 vorgestellten Titan zwei einzeln lauffähige Dreizylinder mit einem Zahntrieb zusammen und umging damit die Auflagen kreativ. Ein Jahr später ergänzte der etwas kleinere Mustang die Modellpalette des Lkw-Bauers, die in den folgenden Jahren mehrmals modernisiert wurde.

Zu den Kunden gehörten auch Feuerwehren. Das finde ich natürlich auch deshalb interessant, weil ich als Jugendlicher Mitglied der Jugendfeuerwehr war. Und deshalb habe ich, als sich vor ein paar Tagen die Gelegenheit ergab, natürlich sofort das Handy gezückt und diese Oldtimer-Drehleiter auf einem Fahrgestell von Krupp fotografiert. Basis des Mitte der 1960er-Jahre gebauten Fahrzeugs ist ein Krupp L 801 Fahrgestell. Der Feuerwehr-Spezialist Metz bestückte es mit einem Leiteraufbau und einer Kabine. Auffällig dabei, die Verwendung einer Frontscheibe von Mercedes-Benz. Vermutlich wählte Metz diesen Weg, um den gleichen Aufbau wahlweise auf Fahrgestelle von Krupp oder Mercedes-Benz setzen zu können.

Denn Lkw von Krupp gehörten zu dieser Zeit schon zu einer aussterbenden Gattung. Das Unternehmen hielt zu lange an seinen Zweitakt-Dieselmotoren fest. Erst 1963 fertigte Krupp Viertakt-Dieselmotoren. Wobei sich das Unternehmen V6 und V8-Motoren von Cummins in Lizenz fertigte. Doch selbst dieser Schritt führte nicht zum Turn-around. Daraufhin stellte der Vorstand die Lkw-Produktion 1968 ersatzlos ein. Ein Jahr später endete auch die Kipper-Produktion. Pläne für moderne Nachfolger, deren Entwicklung abgeschlossen war, wurden nicht mehr umgesetzt. Krupp zog sich vollständig aus dem Nutzfahrzeug-Geschäft zurück, lieferte aber bis Mitte der 1980er-Jahre Ersatz- und Verschleißteile.

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