Tradition verbindet – wenn eine Kappe zur Brücke wird

Man kann trefflich streiten, ob das „Lotus Racing“ genannte Formel 1 Team des malaiischen Unternehmers Tony Fernandes wirklich in der Tradition des ehemaligen „Team Lotus“ steht, das von 1958 bis 1994 in der Formel 1 aktiv war. Doch man kann der Truppe, deren Haushalt primär in Malaysia erwirtschaftet wird und deren Autos in Köln entwickelt werden, ein gewisses Gespür für Geschichte nicht absprechen.

So besteht das Logo des Teams aus den Umrissen des Logos des Autoherstellers Lotus-Cars, der wie das legendäre „Team Lotus“ von Colin Chapman gegründet wurde, sowie den traditionellen Lotus-Team-Farben: Es ist grün und trägt einen gelben Mittelstreifen.

Ebenso wie übrigens auch die Fahrzeuge des Teams. Denn die Lackierung des Lotus Cosworth T127 orientiert sich an der Gestaltung der Lotus-Rennwagen der 1960er-Jahre, wie sie von Jim Clark oder Graham Hill so erfolgreich gesteuert wurden.

Auch die Familie Chapman identifiziert sich inzwischen wohl mit dem Projekt des Eigentümers der Fluglinie AirAsia. Denn Clive Chapman, der Sohn des legendären Lotus-Gründers Colin Chapman wohnte schon dem Roll-Out des Teams im kühlen Silverstone bei. Und beim Renndebüt in Bahrain überreichte Chapman jr. dem Team die Kappe seines Vaters, die dieser bei Siegen eines Lotus-Piloten immer in die Luft warf.

Auch wenn „Lotus Racing“ im Moment von Siegen natürlich noch weit entfernt scheint, hat man die Kappe jetzt am Kommandostand des Teams in Griffweite der heutigen Leitung platziert. Und sollte Lotus tatsächlich irgendwann noch einmal einen Grand Prix gewinnen, wird man die Kappe wie weiland Colin Chapman in die Luft werfen.

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