Auf der Suche nach dem richtigen Weg

Zukunft Vergangenheit Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de
Zukunft Vergangenheit Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Zukunft Vergangenheit – Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Vor einigen Tagen hat Don Dahlmann in einem Beitrag mit dem Titel „PR: Neue Chancen“ Autoherstellen die Online-Welt erklärt. Dahlmann führt aus, wie eine Zusammenarbeit von Bloggern und Autoherstellern aussehen könnte.

… Es geht also darum, spezielle Marketingkamapgnen zu entwicklen, die den relativ neuen Raum Social Media nachhaltig nutzen und gleichzeitig in eine allgemeine Werbestrategie mit aufgenommen werden können. …

Damit berührt der Berliner einen sensiblen Punkt. Denn man wird den Eindruck nicht los, dass Dahlmann Blogs nur als einen verlängerten Arm der Autohersteller sieht. Kein Wunder, dass der Beitrag Korrekturen wie von Bjoern Habegger, Widerspruch wie von mir und zum Teil auch heftige Kritik wie von Detlef Kupfer provoziert.

Ob man dabei nun jemanden als

„Hartz-4-Empfänger“

beschimpfen muss, ist primär eine Frage der guten Sitten. Aber unabhängig davon ist Kritik an Dahlmann in Ordnung. Aber muss man da gleich beleidigend werden? Inhaltlich bringt so eine Aussage die Diskussion sicherlich nicht weiter.

Lasst uns doch lieber mal inhaltlich die Frage diskutieren, wofür Blogs stehen. Die Frage muss man wahrscheinlich individuell beantworten. Sie können, wie beispielsweise das Blog der „deutschen internet versicherung“, Sprachrohr eines Unternehmens sein. Sie können aber auch, wie zum Beispiel „netzpolitik.org“, journalistische Angebote sein.

Hans Heinz Fabris [1] schrieb dazu einst:

Journalismus trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Er wird deshalb oft als vierte Gewalt im Staat bezeichnet.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bedarf es Unabhängigkeit!

Diese Unabhängigkeit fehlt vielen Blogs längst. Das ist ein Problem, aber erstmal Realität. Damit unterscheiden sich Blogs im Übrigen nicht von Zeitungen und Zeitschriften. Helmut Dietl hat sich in seiner großartigen TV-Serie „Kir Royal“ bereits Mitte der 1980er-Jahre ausführlich mit diesem Problem beschäftigt. Und wer wie ich einmal erlebt hat, wie der Herausgeber eines Klassikmagazins bei einer Veranstaltung eines italienischen Autoherstellers der Markengeschäftsführung mit dem Angebot zur Produktion einer Sonderbeilage penetrant auf die Nerven fiel, verliert sowieso jeden Glauben an einen unabhängigen Journalismus.

Don Dahlmann zeigt einen anderen Weg auf

Das kann machen, sollte es aber – in seiner Kritik – nicht mit Journalismus verwechseln. Bei entsprechenden Veröffentlichungen muss deutlich werden, wer am Ende des Tages die Musik bezahlt hat. Man macht dann eben lauter virtuelle „Sonderbeilagen“ und läuft Gefahr sich und sein Angebot, auf das Schreiben von SEO-Content zu reduzieren.

Mein Weg ist das nicht!

Ich werde weiter über die Dinge schreiben, die mich interessieren. Und wo es geboten scheint, werde ich weiter nicht mit der Welle schwimmen. Mein Lieblingsthema bleiben die von Spekulation hochgetriebenen Oldtimer-Preise, die ich bereits mehrfach – jüngst erst im Interview als Oldtimer-Experte bei Klaus Niedzwiedz – kritisiert habe.

[1] Hans Heinz Fabris: Massenmedien - Instrumente der „Skandalisierung“ oder „Vierte Gewalt“?: zum Kontrollpotential der Medien. In: Christian Brünner (Hrsg.): Korruption und Kontrolle. Böhlau, Wien 1981, ISBN 3-2050-8457-8, S. 239-264.

3 Kommentare

  1. Schön ist immer, wenn Leute einen Fehdehandschuh aufnehmen, der gar nicht gegen sie gerichtet war. Der Blöckchenwart teilt offensichtlich gerne aus, kann aber nicht einstecken … interessant 🙂

  2. Unfassbar ist, wie öffentlich andere Autoblogger um Aufträge buhlen! du hast recht, ist kein Journalismus. und Du hast recht, das es das vielleicht auch gar nicht sein will.

    Das Problem ist aber, die dass Besucher halten das aber dafür! Und da wird es Schmutzig!

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